Update im Pflegeheim

  • 28.03.2020

Liebe Angehörige,

mit dieser Botschaft möchten wir uns erneut an Sie wenden.

Bitte nutzen Sie weiterhin die Internetseite als Informationsplattform, wir halten Sie per Instagram und Homepage auf dem Laufenden.

Was ist diese Woche noch alles geschehen?

Am Mittwoch haben wir eine weitere Möbellieferung erhalten für vier Bewohnerzimmer. Kleiderschränke mit Aufsatz, Nachtschränke und Kommoden sind angekommen. Um eine mögliche Gefährdung auszuschließen, wurden die Möbel im Parkettsaal zwischengelagert. Herr Hartelt, unser Haustechniker, auch Alex genannt, wird sie in den nächsten Tagen aufbauen.

  

Am Freitag haben wir eine Lieferung mit Farbe erhalten und nutzen die ruhige Zeit, um weitere Schönheitsarbeiten durchzuführen. Türen im Verwaltungsbereich werden neu gestrichen. Ab nächster Woche dann nach und nach die Aufenthaltsräume und Küchen auf den Wohnbereichen.

 

Aber ich glaube das interessiert nur am Rande, die wichtigste Fragen mit Antworten:

Wie geht es den Bewohnerinnen und Bewohnern?

Es geht allen gut. Noch fällt die Decke nicht auf den Kopf. Unsere Mitarbeiter tun tagtäglich (auch schon vorher, nur jetzt noch intensiver) ihr BESTES. Wir nehmen uns mehr Zeit für die Senioren. Hierfür wurde im Bereich Pflege das Personal aufgestockt. Dies ist momentan möglich, da unsere Auszubildenden nicht in die Schule gehen. Viele Senioren verstehen die Einschränkungen und nehmen die Vorkehrungen ernst.

 

Auch im Betreuungsbereich reagieren wir auf die Isolation. Die Einzelbetreuungen finden in dieser Zeit an sieben Wochentagen statt. Mit viel Ideenreichtum werden Einzelbeschäftigungen angeboten. Gedächtnistraining, Rätsel, Spiele wie vier gewinnt und viele andere abwechslungsreiche Beschäftigungen finden unter erhöhten Sicherheitsbestimmungen statt. Schauen Sie selbst. Exemplarisch hier ein paar Grußbotschaften und Bilder.

        

Welche Sicherheitsmaßnahmen wurden veranlasst?

Wir möchten hier nicht alle aufzählen, ihnen aber zeigen, dass wir den Schutz unserer Senioren auf die höchste Stufe gestellt haben.
Der Altbau ist wie eine Schleuse. Lieferungen, Kontakte und Post abholen läuft so getrennt vom Neubau mit unseren Senioren. Die Küchenmitarbeiter laufen nicht mehr über die Wohnbereiche und sind gesondert von den Bewohnerinnen und Bewohnern. Die Mitarbeiter der Reinigung, der Pflege und des Betreuungsteams wurden etagenweise eingeteilt und sollen den Bereich nicht verlassen. Dies ist nicht immer möglich, allein im Nachtdienst. Aber auch so wollen wir ein mögliches Ausbreitungsrisiko minimieren.
Um weiterhin eine hygienische Arbeit zu gewährleisten werden die Schutzartikel, wie Mundschutz, Kittel und Desinfektionsmittel rationiert und täglich ausgegeben. Auch wir stehen vor der Problematik, dass unsere Vorräte irgendwann ausgehen. Wir als Leitungsteam, Frau Fricke und Herr Mühlfriedel, sind täglich damit beschäftigt, Nachschub zu organisieren. Wir stehen in den Zeiten noch enger mit unseren Vorgesetzten im Austausch. Sollte der Mundschutz ausgehen, haben wir ab Freitag schon veranlasst, dass wir uns Mundschutz nähen lassen. Desinfektionsmittel kaufen wir weiter ein, auch wenn es aktuell bis zum 20-fachen kostet. Sollte der Ernstfall eintreffen, haben wir auch ein Grundsortiment an FFP2-Masken. In unserer Großwäscherei sind weitere FFP2-Masken gelagert und können sofort geordert werden, wenn der Bedarf entsteht.

   

Wie lange bleibt das Besuchsverbot bestehen?

Bis es neue Anweisungen gibt!
Wir gehen aktuell nicht davon aus, dass es nach Ostern zu einer Normalität kommt. Vielleicht werden im öffentlichen Bereich die Maßnahmen gelockert, aber nicht im Pflegeheim. So ist zumindest unsere Vermutung. So lange der Virus im Umlauf ist, sind ältere Menschen weiterhin die höchste Risikogruppe.
Wir halten daher an einem strickten Besuchsverbot fest. Daher fordern wir noch einmal alle auf, den Kontakt auszusetzen. Wenn Sie Briefe bringen möchten, Kleidung, Naschereien, Obst oder was auch sonst, dann nur von Montag bis Freitag von 10.00 bis 15.00 Uhr. Unterlassen Sie bitte den Austausch über die Pflege. Nutzen Sie unsere Schleuse im Verwaltungsbereich und melden Sie sich vorher telefonisch an.
Viele Angehörige haben Verständnis und verstehen, dass alle Maßnahmen dem Schutz unserer Senioren dienen. Aber nicht jeder! Diese Woche gab es auch Unverständnis und beleidigende Worte. Den Personen sei hier noch einmal gesagt, dass wir alle diese Entscheidungen schweren Herzens treffen.

Wie geht es uns als Leitung mit der Situation?

Diese harte und einschneidende Zeit tut weh und schmerzt. Ich (Einrichtungsleiter) stehe jeden Morgen mit Bauchschmerzen auf und stelle mir immer wieder die Frage, hast du alles Bedacht? Sind die Mitarbeiter ausreichend informiert? Wie geht es unseren Senioren? Müssen wir weiter Maßnahmen treffen? Was können wir tun, damit die Isolation noch so angenehm wie möglich gestaltet wird?
An dieser Stelle möchte ich meinem gesamten Team DANKE SAGEN. Ihr macht einen ausgezeichneten Job und strahlt in dieser Ausnahmesituation nach innen und außen Ruhe aus. Genau das, was wir jetzt brauchen. Das Leitungsteam trifft sich jeden Tag zu einem Meeting, tauscht weitere Nachrichten aus und trifft Entscheidungen. Stellvertretend auch an dieser Stelle ein großer Dank an meine Pflegedienstleitung.
Was uns hilft und aufbaut, sind die liebevollen Mails und Posts bei Instagram. Danke an alle Angehörigen, die sich bisher schon gemeldet haben.

 

Wie geht es unseren Mitarbeitern?

Bisher geht es allen gut. Wir haben keine „Krankmacher“, keine Verdachtsfälle oder bestätigte Infektionen. Wir hoffen, dass alle gesund durch die Zeit kommen. Da sich auf Arbeit nicht so viel geändert hat, gehen wir alle unserer Tätigkeit nach. Die Mitarbeiter sind hoch motiviert und lächeln. Wie eine große Familie halten wir auch in dieser Zeit zusammen. Unsere fleißigen Praktikanteninnen im Bereich Verwaltung haben für unsere Mitarbeiter Obstkörbe gebastelt (gibt ja nichts mehr zu kaufen). Mit Obst bestückt wollen wir mit einem Vitamincocktail unsere Mitarbeiter gesund halten und auch auf diesem Weg DANKE SAGEN.

Wie geht es in der Betreuung im Heimalltag weiter?

Die Mitarbeiter verzweifeln immer wieder an den Ideen des Einrichtungsleiters. Vor allem unser Haustechniker. Das angekündigte Klavierkonzert fand leider nicht mehr statt. Aber auch hier gibt es neue Ideen. Bei der Umsetzung gilt es aber in dieser Zeit viele Vorschriften zu bedenken und zu beachten.
Auch unser Betreuungsteam hat tolle Ideen. Aber lassen Sie sich einfach überraschen.

Wir halten Sie in dieser Zeit mit verstärkten Kräften auf dem Laufenden.

Bleiben Sie gesund

Ihr Leitungsteam – Frances Fricke und Carsten Mühlfriedel

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